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Schlagwort: vorgehensmodell

Der FEN-Regelkreis: Ein Vorgehensmodell für die digitale Transformation

Der FEN-Regelkreis (Factory Excellence Network) ist ein ganzheitliches Framework für die digitale Transformation der (Fertigungs)industrie. Er basiert auf einem iterativen Vorgehensmodell, das in drei aufeinanderfolgenden Phasen unterteilt ist.

  • Zielbild definieren: In dieser Phase definieren die Unternehmen ein gemeinsames Zielbild für die digitale Transformation. Dieses Zielbild sollte die strategischen Ziele des Unternehmens sowie die Anforderungen der Nachhaltigkeit berücksichtigen.
  • Wertschöpfungskette analysieren: In dieser Phase analysieren die Unternehmen ihre Wertschöpfungskette und identifizieren Potenziale für die digitale Transformation. Dies wird schrittweise für die einzelnen Prozesse im Unternehmen durchgeführt. Hier eine Ungenauigkeit: Wir sehen uns auch formal nicht-wertschöpfende Prozesse an, da sie unerlässlich für eine ganzheitliche Sicht sind.
  • Definition und Umsetzung: In dieser mehrschichtigen Phase identifizieren und implementieren die Unternehmen Maßnahmen und verbessern kontinuierlich ihre Prozesse.

Die drei Phasen des FEN-Regelkreises

Drei Phasen?“, fragt sich der aufmerksame Beobachter vielleicht, „ich sehe fünf?“

Um das etwas zu verdeutlichen hier eine angepasste Grafik:

Die drei Phasen Zielbild definieren (gelb), Wertschöpfungskette analysieren (grün) und Definition und Umsetzung (rot) finden sich alle in der Grafik. Sie sind thematisch so am besten gruppiert, um über das Vorgehen zu sprechen.

Zielbild definieren

Die Definition eines gemeinsamen Zielbildes ist der erste Schritt im FEN-Regelkreis. Das Zielbild sollte die folgenden Aspekte berücksichtigen:

  • Strategische Ziele des Unternehmens: Welche Ziele möchte das Unternehmen mit der digitalen Transformation erreichen? Welche weiteren Ziele und strategische Entscheidungen beeinflussen das Thema?
  • Anforderungen der Nachhaltigkeit: Wie kann die digitale Transformation dazu beitragen, die Nachhaltigkeit des Unternehmens zu verbessern? Was bedeutet Wettbewerbsfähigkeit für das Unternehmen?

Die Definition eines gemeinsamen Zielbildes ist wichtig, um sicherzustellen, dass alle Beteiligten in die digitale Transformation einbezogen werden und dass die Maßnahmen aufeinander abgestimmt sind. Schlussendlich digitalisieren wir nicht, weil es gerade Trend ist, sondern weil es sich für Unternehmen lohnen muss. Ganzheitlich betrachtet kann so eine signifikante Verbesserung erzielt werden.

Wertschöpfungskette analysieren

In der zweiten Phase des FEN-Regelkreises analysieren die Unternehmen ihre Wertschöpfungskette. Dabei geht es darum, die einzelnen Prozessschritte und deren Schnittstellen zu verstehen. Ziel der Analyse ist es, Potenziale für die digitale Transformation zu identifizieren, und zwar Schritt bei Schritt.

Dabei ist die wichtigste Frage: Wie reif ist der gerade betrachtete Teilprozess hinsichtlich der Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Kostenstruktur?

Bei der Analyse der Wertschöpfungskette können Unternehmen verschiedene Methoden verwenden, z. B.:

  • Value Stream Mapping / Prozessmapping: Dabei wird die Wertschöpfungskette in einzelne Prozessschritte unterteilt und diese grafisch dargestellt.
  • Benchmarking: Dabei werden die eigenen Prozesse mit den Prozessen von anderen Unternehmen verglichen.
  • FMEA: Dabei werden potenzielle Fehler und Risiken in den Prozessen identifiziert.
  • Gap-Analyse: Definition eines Zielbildes für einen Prozess und Analyse des Deltas

Die Analyse der Wertschöpfungskette ist wichtig, um zu verstehen, wo in der Produktion die größten Potenziale für die digitale Transformation liegen. Hilfreich ist dabei auch die Fragestellung, was notwendig ist, um den Reifegrad zu erhöhen (und inwiefern das auch gewollt ist).

Maßnahmen definieren und umsetzen

In der dritten Phase des FEN-Regelkreises identifizieren und implementieren Unternehmen konkrete Maßnahmen zur Optimierung. Dabei geht es darum, die digitalen Technologien und Prozesse in die Produktion und auch weitere Prozesse im Unternehmen zu integrieren.

Unterstützend ziehen wir beim Factory Excellence Network in Zusammenarbeit mit unserem Kunden unsere digitale Roadmap zu Rate. Darin enthalten sind zu unterschiedlichen Bereichen des Digitalen (Management, Qualität, Operations, …) Methoden und Tools, die auf Unternehmen adaptiert werden können. Das Vorgehen ist nie eine Blaupause, basiert aber auf unserem Digital Blueprint, der einen vielfach bewährten Rahmen vorschlägt.

Auf dieser Basis können die Elemente in die individuelle Roadmap für das Unternehmen übernommen werden.

Abschließend erfolgt die Umsetzung, die allerdings kontinuierlich überprüft und verbessert werden muss.

Wichtig ist, dass die Digitalisierung des Unternehmens ganzheitlich betrachtet wird, sodass kein „Flickenteppich“ entsteht.

Der FEN-Regelkreis als iteratives Vorgehensmodell

Der FEN-Regelkreis ist ein iteratives Vorgehensmodell. Das bedeutet, dass die drei Phasen nicht linear ablaufen, sondern in einem ständigen Wechselspiel miteinander stehen. Deshalb sind die Phasen auch nicht klar abgetrennt, sondern gehen ineinander über. Allerdings sollte insbesondere in der gelben Zone nur verändert werden, wenn sich tatsächlich abzeichnet, dass die Ziele nicht (mehr) richtig sind. Ansonsten ist das die Ausrichtung, die bestehen bleibt.

In der Praxis bedeutet das, dass Unternehmen in der Regel nicht alle Maßnahmen in einer einzigen Phase umsetzen. Stattdessen starten sie mit einigen wenigen Maßnahmen und passen diese dann im Laufe der Zeit an.

Dieser iterative Ansatz ist wichtig, um die digitale Transformation flexibel und anpassungsfähig zu gestalten und gleichzeitig ganzheitlich zu bleiben.

Der FEN-Regelkreis als Werkzeug für nachhaltige, internationale Wettbewerbsfähigkeit

Der FEN-Regelkreis ist ein nützliches Vorgehensmodell für Unternehmen, die ihre Prozesse und Abläufe optimieren wollen, sowie nachhaltiger und effizienter gestalten möchten.

Der Regelkreis bietet einen ganzheitlichen Ansatz, der die strategischen Ziele des Unternehmens sowie die Anforderungen des Unternehmens beinhaltet und so schrittweise aber dennoch mit Blick auf das große Ganze umgesetzt werden kann. Dabei unterstützen jederzeit die vier Bausteine des FEN, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen.

Entscheidend ist jederzeit, dass sich Digitalisierung – genauso wie Automatisierung – mit dem Verständnis des gesamten Prozesse beginnt und sich lohnen muss: Und das ist bei Weitem nicht auf eine Kosteneinsparung beschränkt.